„Eine gute Massage ist wie ein Tanz.“ Im Interview mit Jana Barth.

Über den Wipfeln des Thüringer Waldes thront unser Romantik Hotel auf der Wartburg. Der Blick geht weit, sieht grün und atmet. Fast ehrfürchtig gleitet man in seinen Urlaub, der wie kein anderer mit einer besonderen Burg und deren Geschichte verbunden ist.

„Eine feste Burg ist unser Gott.“

Martin Luther

Wir haben Jana Barth zum Interview eingeladen. In der Vitaloase „Jungbunnen“, die zum festen Wohlfühlfaktor im Romantik Hotel auf der Wartburg gehört, bietet sie besondere Massagen an. Die gebürtige Tschechin lebt seit einigen Jahren in Eisenach und hat ihre Liebe in Tai Chi, Qigong und der ganzheitlichen Körperarbeit gefunden.

Liebe Frau Barth, was ist Ihre Aufgabe im Romantik Hotel auf der Wartburg?

Ich praktiziere spezielle Massagen mit Bio- und Aroma Ölen, Steinen und Energiemassagen. Diese sind für Gäste, die keine Öle vertragen oder sie aus gesundheitlichen Gründen vermeiden sollten. Während der Anwendungen habe ich immer ein starkes Vertrauen der Gäste zu mir empfunden und gespürt. Irgendwie ist immer etwas passiert. Es passiert etwas, was mit Worten nicht erklärbar ist. Eine Tiefenentspannung gelingt.

Sie bieten die Aurum Manus , CranioSacrale Energiemassage (ähnelt der Osteophatie), Ganzkörpermassage und auch Massagen für Schwangere an. Wie begegnen Ihnen Ihre Gäste? Gestresst, empfänglich?

Massagen zum Wohlfühlen

Viele Gäste sind gestresst, was die heutige Zeit mitsichbringt. Viele junge Leute. Sie teilen sich mir mit. Das dauert sicher ein wenig, aber das kommt dann. Bei Kindern ist es nochmal anders. Ich hatte zwei bis drei schöne Begegnungen. Anfangs war ich unsicher ob sie die Massage schaffen, die Ausdauer haben. Weder Mama und Papa bestimmen den Moment. Die Kinder, bisher um die 11 Jahre, wünschen sich die Zeit von sich aus. Aber die Eltern sind gerne dabei und für mich fühlt es sich dann auch besser an. Der Moment ist besonders und intim. Da hilft vertraute Unterstützung. Ich meditiere mit den Kindern. Sie schlafen dann auch ein. Ab dem 6. Lebensjahr mache ich diese Entspannungsmassagen. Mir ist wichtig, dass wenn die Hotelgäste bei mir sind, nicht das Gefühl haben therapiert zu werden. Unsere Gäste im Romantik Hotel auf der Wartburg nehmen sich bewusst Zeit und möchten sich entspannen. Deshalb sind meine Angebote mehr energetisch geprägt als therapeutisch.

Wann haben Sie die Liebe zum Beruf gefunden? Seit wann bieten Sie diese Angebote hier imHotel an?

Ich mag den Ort weil er viel Weite hat. Ich komme aus einem Ort in Tschechien, in der Nähe von Prag. Es war ein ganz kleiner Ort. Meine Mama hatte oft Rückenschmerzen. Es kam immer eine ältere Frau zu Besuch. Mit Schweinefett wurde meine Mutter dann auf dem Boden massiert. Das hat mich wahnsinnig beeindruckt. Später als Schülerin, mit 19 Jahren, litt ich auch viel unter Spannungsschmerzen. Da hat meine Mama mich dann mit Schweinefett massiert. Es hat zwar wahnsinnig gejuckt und gebrannt, aber es hat geholfen. Das waren die ersten Begegnungen mit Massage. Seit 2002 arbeite ich mit Tai Chi, Qigong. Die Dinge, die mich als Kind geprägt haben, beeinflussen meine Arbeit. In diesem Jahr bin auch nach Eisenach gekommen. Nach einem privaten und geschäftlichen Bruch, das war so 2007, ich bezog Öle von Primavera, war die Sehnsucht nach besonderen Massagen groß. Edelsteine stellte ich mir vor. Eines Tages kam ein Fax von Primavera mit dem Titel „Fließende Hände mit Edelsteinen und Aroma Ölen. “ Da habe ich gedacht: das ist genau meins! Auf einer Tagung traf ich dann Ricki Welch. Von ihm durfte ich lernen und wurde auch von ihm massiert. Im Nachhinein glaube ich: das sollte alles so sein. Masseur und Gast müssen einander vertrauen. Klappt das, dann ist es wie ein Tanz. Das muss man erfahren. Das war mein Glück.

Verschiedene Weiterbildungen führten mich auch zur Schwangerschaftsmassage, die nach und nach gut angenommen wird. Ab dem vierten Monat biete ich dies auch an.

Wie ist das Hotel auf Sie aufmerksam geworden?

Ich habe mich bei mehreren Hotels beworben. Das Romantik Hotel auf der Wartburg hatte dies noch nicht angeboten. Ein Mitarbeiter der Rezeption singt in dem Chor mit, in dem ich auch singe. Durch diese Empfehlung fing alles an. Die ersten Gäste kamen damals aus Hannover. Alles war noch ganz einfach. Bei mir zu Hause, in der Stube. Aber sie waren so begeistert. Jetzt komme ich direkt ins Hotel.

Eine feste Burg ist unser Gott?“ Gibt es etwas woran sie glauben?

Wenn ich aus dem Fenster schaue, dann hat es eine gewisse Mystik. Für mich ist es die Natur draußen. Unsichtbare und sichtbare Bewegungen. Das ist mein Gott. Der Ausdruck von Tao entspricht mir. Freiheit, Sebstbestimmung und Ordnung. Nicht immer verstehen wir dies. Ich habe gerne meine Freiheit.

Und wieder beeinflussen mich auch hier besondere Erinnerungen. Mein Papa war Jäger. Das fand ich nicht toll. Er war aber immer viel draußen und auf den Feldern. Er hatte dieses Gespür für die Natur. Das hat er mir weitergegeben und daher habe ich die Liebe zur Natur und zur Freiheit. Für meinen Papa war Gott die Natur. Er wollte mir das nicht aufzwingen. Das war einfach das, was er fühlte. Bewegung, in jeder Hinsicht ist mein Ding. Bewegungen begleiten mich auch während der Massagen. Es ist der Tanz!

Mit welchen unterschiedlichen Bedürfnissen kommen die Gäste zu Ihnen? Sind es andere als die Ihrer Kunden im eigenen Studio in Eisenach?

Die Gäste hier nehmen sich mehr Zeit für sich. In der Stadt sind es meist Kursteilnehmer oder die, die ganzheitliche Hilfe suchen.m Seitdem ich hier arbeite, merke ich, dass es ein wunderbarer Platz ist. Es ist für mich wie Meditation.

Die Natur rahmt das Romantik Hotel auf der Wartburg. Sie ist die Basis, der Nährboden. Geben Sie Ihren Gästen Tipps aus Ihrer „Übungsschatztruhe“?

Genießen, Dasitzen und Schlemmen. Hier kann man sich nicht verlaufen. Wenn man um die Burg läuft, kommt man immer irgendwo raus. In Deutschland sind die Wege sehr gut ausgeschildert ;) (lacht). Was ich allen ans Herz legen möchte: wir brauchen Bewegung. Ich wünsche mir, dass die Menschen mehr schlendern.

Halte an, wenn Du anhalten willst. Wenn du rennen willst, dann renne. Wenn du das Gefühl verloren hast, dann bin ich da?

Lieblingsort in Eisenach?

Das Café Zucker& Zimt am Markt in Eisenach.

Hier sitze ich gerne und lerne Menschen kennen. Hier habe ich angefangen an mir zu arbeiten. Damals als es etwas schwerer war und ich nicht wusste was passieren wird. Mein Geheimtipp in Eisenach.

Für Jana Barth sind verschiedene Momente und Begegnungen im Leben die Motoren für Weiteres. Offenheit, Erinnerungen, Selbstreflexion und Leidenschaft haben die nächsten Schritte möglich gemacht.

Was möchten sie noch ausbauen? Was haben Sie für Wünsche in der Zusammenarbeit mit dem Hotel?

Private Massagestunden direkt auf dem Zimmer der Gäste kann ich mir gut vorstellen.

Vielen Dank liebe Jana Barth!