Nahaufnahme nackter Füße, die sich im kalten Wasser bewegen.

Ins kühle Nass für Körper und Geist Wassertreten – im Storchengang zu mehr Wohlbefinden

Etwas für die Gesundheit tun, kann so einfach sein. Regelmäßig für wenige Minuten durch kaltes Wasser zu staksen, kann wahre Wunder wirken. Erfahren Sie hier mehr über die wohltuende Wirkung des Wassertretens.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Wassertreten?

Wassertreten ist eine Anwendung von Sebastian Kneipp. Dabei geht man mit vorgewärmten Füßen durch kaltes Wasser, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu steigern.

Für wen ist Wassertreten nicht geeignet?

Bei bestimmten Erkrankungen ist Vorsicht oder sogar Verzicht auf das Wassertreten angeraten. Dazu gehören unter anderem Erkrankungen der Harnwege, Blase und Nieren sowie schwere arterielle Durchblutungsstörungen.

Wie bewegt man sich beim Wassertreten?

Im Storchengang staksen Sie für kurze Zeit durch das etwa kniehohe, kalte Wasser. Das Bein wird dabei gänzlich aus dem Wasser gezogen, wobei die Fußspitze nach unten zeigt. Vor und nach dem Wassertreten werden die Füße durch Bewegung gewärmt.

Was bewirkt das Wassertreten?

Wassertreten fördert die Durchblutung, regt den Stoffwechsel und den Kreislauf an. Regelmäßig angewendet, können Durchblutungsstörungen sowie andere Beschwerden wie etwa Venenleiden oder Schlafstörungen vorgebeugt oder gelindert werden.

Wussten Sie, dass nur wenige, aber regelmäßige Schritte von nicht mal zwei Minuten helfen können, Ihre Gesundheit anzukurbeln und Ihr Wohlbefinden zu steigern? Dafür brauchen Sie nichts weiter als etwas anfängliche Überwindung und kaltes Wasser um die nackten Füße – ob in der Badewanne, im Meer oder in der Therme.

Beim Wassertreten, einer der bekanntesten Anwendungen nach Kneipp, handelt es sich um eine unglaublich simple und dennoch wirksame Methode, um Körper und Geist zu beleben sowie Beschwerden vorzubeugen und zu lindern.

Ich gebe zu, der erste Versuch des Wassertretens kostet reichlich Überwindung. Doch glauben Sie mir – dranzubleiben lohnt sich. Und wohl kaum eine andere Anwendung lässt sich so einfach und wirksam in den Alltag integrieren.

Lassen Sie sich von mir ins kalte Wasser werfen und erfahren Sie mehr über die Wirkungsweise und Anwendung des Wassertretens.

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Was versteht man unter Wassertreten?

Wassertreten ist womöglich die bekannteste Anwendung von Sebastian Kneipp, dem Vater der berühmten Kneipp-Kuren. Bereits im 19. Jahrhundert riet er seinen Patienten zum Barfußgehen durch das kalte Wasser, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern.

Wassertreten als wohltuendes Verfahren der Hydrotherapie

Kneipp propagierte zahlreiche Möglichkeiten, sich die gesundheitsfördernde Kraft des Wassers in Form der sogenannten Hydrotherapie zunutze zu machen; eine davon ist das Wassertreten. Neben Balance, Pflanzen, Bewegung und Ernährung bildet das Wasser eine der 5-Säulen-Philosophie von Kneipp. Sie folgt dem Grundgedanken, dass ein ganzheitliches Konzept der beste Weg zur Förderung der Gesundheit darstellt.

Wussten Sie, dass die Menschen die heilsamen Anwendungen der Hydrotherapie bereits seit Jahrtausenden schätzen? Schon in der Antike kannte man die positive Wirkung des Wassers. Die Römer waren seit jeher für ihre öffentlichen Thermen und ihre Badekultur bekannt. Doch auch andere Völker und Kulturen wussten um den medizinischen Nutzen von Wasser.

Kneipp nahm sich der bereits seit Jahrtausenden existierenden Hydrotherapie an, entwickelte die Anwendungen weiter und prägte so die Therapie nachhaltig.

Welche Wirkung hat das Wassertreten und für wen ist es geeignet?

Regelmäßiges Barfußgehen im kalten Wasser kann dabei unterstützen, zahlreiche Beschwerden zu verhindern und bestehende zu lindern. Das Wassertreten fühlt sich nicht nur unglaublich gut und erfrischend an, es bewirkt, dass sich die Kapillaren – die feinen Verästelungen der Blutgefäße – zusammenziehen, was die Durchblutung fördert. Der verbesserte Blutfluss in den Venen hilft, Krampfadern vorzubeugen und Beschwerden in den Beinen und Armen wie etwa Venenleiden und Durchblutungsstörungen zu lindern.

Zudem regt das regelmäßige Wassertreten den Stoffwechsel an. Zu hoher oder zu niedriger Blutdruck und Kreislaufprobleme können damit gemildert werden.

Wer immer wieder für die Gesundheit durch das kalte Wasser schreitet, unterstützt damit auch sein Immunsystem und ist weniger anfällig für Infekte und Erkältungen. Nicht nur die kälteren Jahreszeiten können Ihnen dann weniger anhaben, Sie werden allgemein weniger anfällig für die Reize durch Wetterwechsel.

Mit Wassertreten gegen Müdigkeit und Schlafprobleme

Geht es Ihnen auch manchmal so? Den ganzen Tag ist man müde und könnte jeden Moment ins Bett fallen, aber wenn man dann abends ins langersehnte Bett steigt, liegt man bis in die frühen Morgenstunden schlaflos da. Und beim Aufwachen sind Sie dann wieder so müde, dass selbst eine ganze Kanne Kaffee nicht hilft. Auch da kann das Wassertreten helfen. Je nachdem, ob Sie das Wassertreten morgens oder abends machen, kann es helfen, munter zu werden beziehungsweise Einschlafprobleme zu lindern. Morgens angewendet gibt es Ihnen den nötigen Frischekick gegen die Müdigkeit und kurbelt den Stoffwechsel für den Tag an, vor dem Schlafengehen wirkt es beruhigend, sodass Sie leichter einschlafen können.

Wann sollten Sie besser auf das Wassertreten verzichten?

Wie bei allen anderen Anwendungen gibt es auch beim Wassertreten Ausnahmen. Nicht für jeden ist das Barfußgehen im kalten Wasser gesundheitsfördernd. In manchen Fällen kann es sich leider sogar negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken.

Falls Sie eine der folgenden Beschwerden oder Erkrankungen haben, sollten Sie besser auf das Wassertreten verzichten oder vorab Rücksprache mit Ihrem Arzt halten:

  • Harnwegsinfektionen, Blasen- und Nierenkrankheiten
  • Unterleibsinfektionen der Frau
  • Schwere arteriellen Durchblutungsstörungen
  • Kältegefühl und Frieren, besonders an Beinen und Füßen
  • Gereizte Beinnerven
  • Vorsicht auch während der Periode
Beim Wassertreten schreiten Sie wie ein Storch: Bei jedem Schritt wird ein Bein aus dem Wasser gezogen. © Adobe Stock, Kzenon

Auf geht’s ins kühle Wasser – Wie macht man Wassertreten?

Das Praktische am Wassertreten ist, dass es sehr unkompliziert umzusetzen ist und nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. So lässt es sich optimal sowohl in den hektischen Alltag als auch in einen Urlaubstag voller Erkundungstouren integrieren. Gerade für Menschen, denen es schwerfällt, bei einem vollen Terminkalender und den zahlreichen Ablenkungen Zeitfenster zu finden und am Ball zu bleiben, kommt die kurze Dauer der Anwendung zugute. Denn wie heißt es so schön? „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Wie bei allen anderen Anwendungen auch gilt beim Wassertreten: Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zu langfristigen Erfolgen. Zwei- bis dreimal die Woche ist optimal.

Damit Sie bestens loslegen können, habe ich hier eine kurze Anleitung für Sie zusammengestellt.

Vor dem Wassertreten

Wassertreten ist zwar eine sehr simpel umsetzbare Kneipp-Anwendung, aber auch diese benötigt ein wenig Vorbereitung, damit sie ihre wohltuende Wirkung voll entfalten kann.

Für das Wassertreten müssen Sie Ihre Füße und Beine gründlich vorwärmen. Optimal dafür sind ein Spaziergang, Wandern oder auch Fußgymnastik. Kombinieren Sie doch das Wassertreten mit einem Strandspaziergang.  Bei einem herrlichen Spaziergang entlang Usedoms kilometerlanger Sandstränden bietet sich Ihnen ein wunderbarer Blick auf die Sehenswürdigkeiten Usedoms, während Sie beim Gehen Füße und Beine angenehm erwärmen und bereit sind, ins seichte Ufer zu steigen.

Hinein ins Wasser – so gelingt das Wassertreten

Sind die Füße und Beine bestens aufgewärmt, können Sie sich ins kalte Wasser wagen. Die Temperatur sollte unter 18 Grad betragen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht weiter als bis zu den Knien ins Wasser gehen. Am besten ist es, wenn zwischen Wasser und Knie eine Handbreit Platz ist.

Beim Wassertreten schreiten Sie nicht einfach durch das kalte Wasser, als würden Sie baden gehen, sondern Sie staksen wie ein Storch. Bei jedem Schritt ziehen Sie das jeweilige Bein ganz aus dem Wasser, wobei Sie die Fußspitze nach unten beugen.

Keine Sorge, Sie brauchen jetzt nicht stundenlang im kalten Wasser umherzuschreiten, bis Sie frieren. Dreißig Sekunden bis zwei Minuten genügen völlig. Wird es Ihnen zu kalt oder spüren Sie sogar einen Kälteschmerz, wie etwa ein Stechen, brechen Sie die Kneipp-Anwendung zügig ab.

Nach dem Wassertreten

Um die positive Wirkung vollständig entfalten zu können, kommen Sie auch beim Wassertreten nicht um eine Nachbereitung herum. Trocknen Sie Ihre Füße und Beine nicht mit einem Handtuch ab, streifen Sie das Wasser stattdessen sanft ab. Nach der Bewegung im kalten Wasser ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Füße warmhalten. Ziehen Sie Ihre Socken und Schuhe an und wärmen Sie Ihre Füße auf, indem Sie spazieren gehen, leicht laufen oder Fußgymnastik machen.

Sie machen die Kneipp-Anwendung am Abend, um besser einschlafen zu können? Dann gehen Sie nach der Anwendung direkt ins kuschelige Bett und halten dort Ihre Füße gründlich warm.

Wo kann man Wassertreten?

Nahezu überall dort machen, wo Wasser in ausreichender Tiefe und Kälte vorhanden ist, können Sie Wassertreten machen. Zahlreiche Thermen, Schwimmbäder und Hotels haben eigene Kneipp-Becken zum Wassertreten in ihren Wellnessbereichen. Zudem ist Ihnen beim Spaziergang durch den einen oder anderen Park bestimmt schon einmal ein Wassertretbecken aufgefallen.

Regelmäßiges Wassertreten lässt sich auch ganz einfach in der Natur durchführen. Die seichten Ufer des nächstgelegenen Meeres, Sees oder Baches sind bestens geeignet dafür. Auch gemütlich zu Hause in der eigenen Badewanne ist das Wassertreten eine wahre Wohltat.

Sie wollen nicht allein ins Wasser steigen? In vielen Orten gibt es eigene Kneipp-Vereine. Hier können Sie neue Bekanntschaften schließen und Kneipp-Tipps austauschen. Gemeinsam durch das kalte Wasser zu staksen, macht nicht nur jede Menge Spaß, feste Verabredungen zum Wassertreten helfen zudem, die Regelmäßigkeit zu wahren.

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Erholung im und am Wasser auf Usedom

Um Ihrem Körper etwas Gutes zu tun, ist Wassertreten eine einfache Methode. Manchmal braucht es jedoch einen kleinen Anstoß, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Wie wäre es also mit einem entspannten Wellnessurlaub als Auftakt für Ihren persönlichen Startschuss, sich ins kühle Wasser zu begeben?

Die Insel Usedom bietet mit ihren zahlreichen Gewässern reichlich Möglichkeiten in wunderschöner Umgebung, das Wassertreten auszuprobieren – sei es am seichten Ufer des Achterwassers im Herzen der Insel oder in den flachen Bereichen der Ostsee. Direkt am Strand liegt das Hotel Kaiserhof Heringsdorf. Hier können Sie sich nach dem Wassertreten mit atemberaubendem Blick auf die Küstenlandschaft stärken und aufwärmen. Am besten gelingt das mit einem köstlichen Mittagessen im Wintergarten des Hotels, wo große Panoramafenster den Blick auf die nahegelegene Seebrücke freigeben. Steigen Sie in den Abendstunden ins kühle Wasser, können Sie sich anschließend direkt in die weichen Kissen der Zimmer und Suiten sinken lassen.

Jetzt heißt es aber erstmal: Hinein ins kalte Wasser!

Die Autorin Gina Boldt an der Elbe.

arcona Redaktion Gina Boldt

Geboren und aufgewachsen an der Ostseeküste, kennt Gina das Meer in all seinen Facetten - von stürmischen Wellen bis hin zu goldenen Sommertagen an endlosen Stränden. Wohin das Leben sie auch verschlägt, die Sehnsucht nach den Geschichten und Geheimnissen ihrer Heimat bleibt. Eine Leidenschaft, die sie mit ansteckender Begeisterung teilt.

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