Sport trifft Solidarität Wenn Schlittenhunde den Strand erobern: Baltic Lights auf Usedom

Wenn Menschen und Schlittenhunde zu einem Team werden, entsteht eine besondere Verbindung. Genau das erleben Sie bei den Baltic Lights auf Usedom, einem Charity-Event, das weit mehr ist als nur ein Rennen. Warum, lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

Was sind die Baltic Lights?

Die Baltic Lights sind ein besonderes Charity-Event auf Usedom, bei dem Prominente, Musher und ihre Huskys zu spannenden Schlittenhunderennen am Strand antreten.

Wo finden die Baltic Lights statt?

Das Festival findet auf der Ostseeinsel Usedom in den Seebädern der Region der Kaiserbäder, insbesondere zwischen Heringsdorf und Ahlbeck, statt.

Welche Prominenten nehmen an den Baltic Lights teil?

Bei den Baltic Lights waren in den letzten Jahren unter anderem Henry Maske, Joey Kelly, Gerit Kling, Erol Sander, Erdogan Atalay und Mario Novembre mit dabei.

Welche Rolle spielt das Biikebrennen?

Das Biikebrennen bringt Licht und Wärme an den Strand. Der alte nordfriesische Brauch steht für den Abschied vom Winter und passt damit ideal zu den Baltic Lights.

Auf die Plätze, fertig, los!

500 Huskys und 60.000 Zuschauer. Klingt unglaublich? Ist es auch! Wenn auf Usedom das Heulen der Schlittenhunde über den Strand hallt und die Ostsee den perfekten, frostigen Bühnenrand bildet, verwandelt sich die Insel für ein Wochenende in eine Arena aus Energie, Emotionen und echter nordischer Abenteuerlust. Ob Live, im TV oder per Stream, dieses Charity-Event ist wirklich etwas ganz Besonderes.

Ich selbst durfte bereits eine Husky-Farm besuchen und sogar eine kleine Runde mit einem Gespann drehen. Dabei wurde mir bewusst, wie einzigartig dieses Erlebnis ist: Hund und Mensch bilden ein eingespieltes Team, das nur durch Vertrauen, klare Signale und gegenseitigen Respekt funktioniert. Und genau diese besondere Verbindung können Sie auch auf Usedom hautnah miterleben.

Baltic Lights ist weit mehr als ein Hunderennen. Wenn die Biikeflammen am Ostseestrand tanzen, die Zuschauer gespannt den Start erwarten und die Vierbeiner mit voller Kraft losziehen, spürt man, dass hier etwas Unvergessliches passiert. Es entsteht eine Atmosphäre, die selbst an kühlen Küstentagen Herz und Hände wärmt. Warum Sie das auf keinen Fall verpassen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Teamarbeit, Ausdauer und klare Rollen im Gespann prägen den Schlittenhundesport – auch bei den Baltic Lights an der Ostsee. © ExperiArts Entertainment + Thomas Ix | Photography

Ein kurzer Blick in die Geschichte der Schlittenhunde

Schlittenhunde begleiten Menschen seit vielen Jahrhunderten, besonders in den kalten Regionen Sibiriens, Alaskas und Grönlands. In Alaska wurden Hundeschlittenrennen populär, weil sie eine Verbindung aus Tradition, Ausdauer und Teamarbeit darstellen. Aus ihrer ursprünglichen Aufgabe als zuverlässige Transporttiere entwickelte sich mit der Zeit ein eigener Sport, der heute sowohl weltweit als auch hier bei uns an der Ostsee für Begeisterung sorgt. Bekannt ist zum Beispiel auch das traditionsreiche Iditarod-Rennen, das längste Hundeschlittenrennen der Welt.

Typische Eigenschaften von Schlittenhunden sind beispielsweise:

  • ausgeprägte Lauffreude und hohe Ausdauer
  • Teamfähigkeit und gute Orientierung
  • sensibles Reagieren auf Kommandos und Stimmungen
  • Freude an klaren Aufgaben und gemeinsamen Routinen
  • unterschiedliche Rollen im Gespann, je nach Stärke und Temperament

Wie ist ein Hundeschlitten aufgebaut?

Ein Hundeschlitten wirkt auf den ersten Blick schlicht, ist aber sehr durchdacht konstruiert. Er besteht aus einem leichten Holz- oder Aluminiumrahmen mit zwei Kufen, die für Stabilität sorgen und dem Schlitten seine Gleitfähigkeit verleihen. Der Musher steht hinten auf den Kufen, hält sich am Bügel fest und steuert das Gespann über Gewichtsverlagerung und klare Zurufe. So bleibt der Schlitten auch auf Sand, Schnee oder unebenem Untergrund kontrollierbar und folgt präzise den Kommandos.

Haben Sie das gewusst? Faktencheck über Schlittenhunde

  1. Schlittenhunde kommunizieren im Team, ganz ohne Worte
    Ein Gespann funktioniert nur, weil die Hunde ständig miteinander „reden“. Körpersprache, leichte Veränderungen im Tempo oder kurze Blicke reichen aus, um sich im Team zu orientieren. Besonders die Leithunde haben eine wichtige soziale Funktion, denn sie geben Sicherheit und Ruhe.
  2. Der Leithund ist nicht automatisch der stärkste Hund
    Viele glauben, vorne laufen die kräftigsten Tiere, tatsächlich sind es aber die klügsten und aufmerksamsten, wie mir selbst bei meinem Besuch auf der Husky Farm erklärt wurde. Ein guter Lead Dog ist fokussiert, hört exakt auf Kommandos und motiviert die anderen Hunde.
  3. Schlittenhunde lieben Kälte – aber nicht nur
    Rassen wie Siberian Huskys oder Alaskan Malamutes fühlen sich bei Minusgraden pudelwohl. Gleichzeitig sind sie aber auch anpassungsfähig, denn sie können auch auf Sand, Waldboden oder Wiesen laufen, solange das Training stimmt. Genau deshalb funktionieren Events wie die Baltic Lights am Strand.
  4. Die Pfoten sind echte Hochleistungswerkzeuge
    Ihre Pfoten sind robust, warm und extrem belastbar. Trotzdem werden sie gepflegt: Viele Musher nutzen spezielle Pfotensalben, um Risse zu vermeiden, besonders bei langen Rennen.
  5. Schlittenhunde zeichnen sich durch ihren Will-to-Run aus
    Der sogenannte „Will-to-Run“ beschreibt die Freude der Hunde beim Laufen. Viele Teams werden schon vor dem Start völlig euphorisch, sie bellen, springen und wollen einfach nur los. Schauen Sie bei Ihrem Besuch genau hin, Sie werden es merken!
Die Baltic Lights sind ein spannendes Hundeschlittenrennen, das Musher und Zuschauer auf Usedom zusammenbringt. © ExperiArts Entertainment + Thomas Ix | Photography

Die Basics vorweg – Was ist ein Musher?

Der Ausdruck „Musher” hat seinen Ursprung im französischen Befehl „Marche!“, was so viel bedeutet wie „Vorwärts!“. Französische Trapper und Pelzhändler im Norden Amerikas nutzten dieses Kommando, um ihre Hunde zum Loslaufen zu motivieren. Englischsprachige Fahrer übernahmen diesen Ruf, sprachen ihn jedoch anders aus, klanglich eher wie „mush“. Aus diesem Laut entwickelte sich schließlich das Wort „to mush“ (mit Hundeschlitten fahren) und daraus wiederum die Bezeichnung „Musher“ für die Person, die das Gespann führt. Ein Musher ist also weit mehr als nur ein „Lenker“:

  • Er oder sie bildet die Hunde aus, erkennt ihre Stärken, Schwächen und Charaktere. Der Musher entscheidet über die Positionen der Hunde im Gespann, zum Beispiel wer als Lead-Dog an der Spitze läuft.
  • Auch körperliche Fitness spielt eine Rolle, denn Musher unterstützen ihre Teams oft durch eigenes Laufen oder Anschieben.
  • Im Training und im Wettkampf sorgt der Musher für Sicherheit, klare Kommandos und ein harmonisches Zusammenarbeiten.

Was sind die Baltic Lights?

Jedes Jahr verwandelt sich der Strand zwischen Heringsdorf und Ahlbeck auf Usedom in eine eindrucksvolle Bühne, wenn über 500 Schlittenhunde in mehreren Rennen und unterschiedlichen Renndistanzen über den Sand sprinten. Dazu gehören unter anderem das Rennen um den „Großen Preis des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ sowie das beliebte Charity-Rennen, bei dem Prominente selbst zum Musher werden.

Ins Leben gerufen wurde das Festival von Schauspieler und Musher Till Demtrøder, der nicht nur organisiert, sondern auch selbst mitfährt. Gemeinsam mit Kurdirektor Thomas Heilmann und dem damaligen Bürgermeister wollte er der Insel auch in der ruhigeren Jahreszeit ein besonderes Erlebnis schenken. Demtrøder hatte zuvor bereits Schlittenhunderennen in Tirol organisiert und brachte diese nun an die Ostsee, angepasst an Strand, Sand und Meereskulisse.

Neben professionellen Mushers stehen jedes Jahr viele bekannte Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen und Sport am Start. Darunter waren in den vergangenen Jahren unter anderem Erol Sander oder Jörg Schüttauf. Für ein Wochenende werden sie zu echten „Mushern“ und versuchen, ein Schlittenhundegespann sicher über die Sandpiste zu führen. Rund um die Rennen erwartet die Besucher außerdem ein Rahmenprogramm aus Biike-Strandfeuern, Feuershows, LED-Inszenierungen, Mitmachaktionen und Infoständen, die die Strandkulisse zusätzlich zum Leuchten bringen. Ich kann Ihnen versprechen, dass es sich definitiv lohnt, mal vorbeizuschauen! Und ganz nebenbei gibt es auf Usedom auch jede Menge Sehenswürdigkeiten, die Sie sich auch anschauen sollten! Mehr dazu in diesem Beitrag.

Solidaität trifft sportliche Spitzenleistung

Doch hinter all dem Glanz steckt der eigentliche Kern der Baltic Lights. Denn sie sind in erster Linie ein Charity-Event zugunsten der Welthungerhilfe. Während des gesamten Wochenendes finden Besucher zahlreiche Infostände, die offen über Themen wie Hunger, Armut und globale Krisen informieren. Ziel ist nicht nur, Spenden vor Ort zu sammeln, sondern auch neue Unterstützer und Sponsoren für langfristige Hilfsprojekte zu gewinnen. Die Teilnehmenden, Zuschauer und prominenten Mushers tragen mit Charity-Armbändern, Aktionen und direkten Spenden dazu bei, dass Menschen in Krisen-, Katastrophen- und Hungergebieten weltweit unterstützt werden. Dadurch steht das Wochenende weit über den Sport hinaus für Solidarität, Bewusstsein und gemeinsames Engagement.

Wie laufen die Baltic Lights ab?

Falls Sie die Baltic Lights noch nie besucht haben, ist es unter Umständen schwer, sich dieses Event bildlich vorzustellen. Denn vermutlich haben Sie Hunde vor Augen, die einen traditionellen Schlitten ziehen und dann über Sand und Strand jagen, sofern kein Schnee liegt. Nun, ganz so ist es nicht, denn statt Schlitten gibt es bei den Baltic Lights Wagen. Der Musher steht dabei auf einem Spezial-„Schlitten” mit großen Ballonreifen und starken Scheibenbremsen, damit sie das Team jederzeit sicher kontrollieren können. Das ist auch nötig, denn die Hunde leisten beeindruckende Zugkraft. Ein Husky kann ein Vielfaches seines eigenen Gewichts bewegen. Die Strecke verläuft über etwa sechs Kilometer zwischen der Seebrücke in Heringsdorf und der historischen Seebrücke in Ahlbeck. Für Neulinge ist das durchaus anspruchsvoll, dennoch ist es so konzipiert, dass auch Anfänger ihn gut meistern können. Die Teilnehmer starten im Charity-Rennen mit einem Gespann, das von professionellen Mushern begleitet wird.

Welche Highlights erwarten Besucher neben dem Hundesport?

Abseits der Rennstrecke lohnt sich außerdem ein Besuch im Mushercamp, direkt an der Heringsdorfer Seebrücke. Dort bereiten die Teams ihre Schlittenhunde vor, versorgen sie zwischen den Läufen und geben ihnen an den sogenannten “Steak-Outs” (den fest verankerten Ruheplätzen), Zeit zum Entspannen. Für Besucher bietet sich hier die seltene Gelegenheit, die Tiere aus unmittelbarer Nähe zu erleben und mehr über ihre Herkunft und ihr Training zu erfahren.

Außerdem sind auch die sportlichen Abläufe klar strukturiert, denn die Teams starten in unterschiedlichen Kategorien, die sich nach der Anzahl der eingespannten Hunde richten. Die kleineren Gespanne treten in der Klasse D2 an, gefolgt von den Klassen B1 und B2. In der Klasse A laufen bereits sieben bis acht Hunde, während die offene Klasse O für Gespanne mit neun oder mehr Hunden reserviert ist. Dadurch ist gewährleistet, dass jedes Team unter fairen Bedingungen antritt und die Leistungsfähigkeit der Hunde optimal zur Geltung kommt.

Wer sich bei den Baltic Lights von der engen Verbindung zwischen Mensch und Hund inspirieren lässt und selbst über einen Urlaub mit Vierbeiner nachdenkt, findet hier passende Reiseziele mit Hund am Meer.

Welche Hunde gehen bei den Baltic Lights an den Start?

Vorhin haben Sie bereits einiges über Schlittenhunde erfahren. Jetzt geht es um die Fellnasen, die bei den Baltic Lights tatsächlich an den Start gehen. Denn nicht jede Hunderasse ist für dieses Event geeignet. Zugelassen sind ausschließlich echte nordische Schlittenhunde, robuste, ausdauernde Tiere, deren Wurzeln tief in der Geschichte der arktischen Völker verankert sind. Schon vor Jahrtausenden wurden diese Hunde von nomadisch lebenden Gemeinschaften in den Polarregionen als vielseitige Helfer eingesetzt. Sie bewachten Lager und Herden, unterstützten bei der Jagd und zogen schwere Lasten über Schnee und Eis.

Damit ein Gespann harmonisch funktioniert, trainieren viele Teams täglich mehrere Stunden. Für einige der Hunde ist der Ostseestrand ein völlig ungewohntes Terrain. Nach einer kurzen Phase des Staunens über Sand, Wind und Wellen finden sie jedoch schnell zu ihrem natürlichen Antrieb zurück. Wie ich selbst bei meinem Besuch auf einer Husky-Farm erlebt habe, besitzen diese Hunde einen beeindruckenden inneren Drang und eine enorme Begeisterung dafür, sich schnell und kraftvoll in Bewegung zu setzen. Während der Wettkämpfe erreichen sie auch beeindruckende Geschwindigkeiten, auf kurzen Sprintabschnitten sogar bis zu 40 km/h, also so schnell wie ein Auto!

Diese Schlittenhundrassen bilden die Gespanne der Baltic Lights:

Sibirian Husky
Aus Sibirien stammend, wurde diese Rasse als Zug- und Lasttier bei Nomaden eingesetzt. Siberian Huskys sind vergleichsweise leicht gebaut, aber hocheffizient und schnell.

Alaskan Malamute
Eine der ältesten Schlittenhunderassen der Welt, sie kommt von der Westküste Alaskas und gilt als kraftvoller und ausdauernder Zughund für schwere Lasten.

Samojede
Ursprünglich in Westsibirien bei den samojedischen Rentierhütern im Einsatz, zeichnet sich diese Rasse durch ihre unglaubliche Ausdauer, ursprüngliche Herkunft und markanten weißen Felltypus aus.

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner zu verreisen, finden Sie in diesem Beitrag Inspiration und Wissenswertes rund um einen Urlaub auf Sylt mit Hund.

Kaiserlich ruhen? Willkommen im Hotel Kaiserhof Heringsdorf

Sie haben Lust, die gesamte Atmosphäre der Kaiserbäder hautnah zu erleben? Dann ist das Hotel Kaiserhof Heringsdorf der perfekte Ort dafür. Nur einen kurzen Spaziergang vom Strand und der Seebrücke entfernt haben Sie den besten Blick auf das Geschehen, besonders dann, wenn abends das Biikefeuer den Himmel über Heringsdorf in warmes Licht taucht. Ob die Baltic Lights Anlass für Ihren Besuch sind oder Sie einfach so vorbeischauen, eine Auszeit an der Ostsee ist in jedem Fall zu empfehlen. Ich wünsche Ihnen einen spannenden Aufenthalt auf Usedom und viel Freude beim Zuschauen der Baltic Lights!

Die Autorin Mariele Paulig in der Natur.

arcona Redaktion Mariele Paulig

Mariele liebt es, neue Orte zu entdecken und den Duft des Meeres in ihrer Nase zu spüren. Wenn die Sonne auf ihre Haut scheint und sie ihre Gedanken schweifen lassen kann, fühlt sie sich am wohlsten. Das Herz voller Fernweh bringt sie die Welt auf ihre Weise zu Papier und hat Freude an neuen Geschichten rund um Menschen, Orte und kleine Dinge, die das Leben so besonders machen.

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